Sport - Presseberichte
 

JUGENDFUSSBALL: Allein unter Jungs
TV vom 04.10.2005

NEIDENBACH. Gina Renschler ist 13 Jahre alt, und ihr Hobby ist Fußball. An und für sich nichts Ungewöhnliches. Aber: Gina Renschler spielt nicht mit gleichaltrigen Mädchen im Team, sondern behauptet sich im Jungenfußball. In der C-Jugend der JSG Neidenbach kickt sie zurzeit munter mit.
Von unserem Mitarbeiter RUDOLF HÖSER


 Ein Trio für Gina: Gina Renschler mit ihren Trainern Richard Schneider (links) und Hermann Heinz. Hinter ihr steht wie immer Opa Delfino Gavilli.
Foto: Rudolf Höser

"Zieh durch und halt drauf!" Nahe der Außenlinie steht Richard Schneider, feuert Gina Renschler an und gibt ihr taktische Anweisungen. Schneider trainiert gemeinsam mit Hermann Heinz die C-Jugend in Neidenbach. Und das ist keine Mannschaft wie jede andere. Aufgestiegen in die Bezirksliga kicken die Jungs in dieser Liga um Punkte und Anerkennung. Aber: Auf der Position im rechten Mittelfeld spielt kein Junge, sondern ein Mädchen – die 13-jährige Realschülerin Gina Renschler aus Bitburg.

"Ich spiele Fußball aus Leidenschaft seit ich fünf Jahre alt bin. In der Jungenmannschaft kann ich zeigen, was ich drauf habe. Hier kann ich richtig rangehen und brauche nicht so zimperlich zu sein wie in einem Mädchenteam", sagt Gina. Dass sie richtig zur Sache geht, bestätigen auch die Trainer. Richard Schneider: "Gina spielt wie ein Junge. Sie ist wirklich gut, körperlich robust und kann sich deshalb auch durchsetzen. Gina ist eine echte Verstärkung für die Mannschaft", schwärmt Schneider, der ihr eine große Karriere voraussagt.

"Dafür muss sie noch mehr aus sich raus, sich noch mehr reinknien", fordert Delfino Gavilli. Gavilli ist der Großvater von Gina Renschler und fördert seine Enkelin, wo er nur kann. "Ich fahre mit Gina überallhin, wo sie zum Einsatz kommt", sagt er.

   
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Rudolf Höser

Traumberuf: Floristin

Zurzeit spielt Gina nicht nur in der C-Jugend der JSG Neidenbach, sondern auch noch in der U14 und in der Rheinland-Auswahl.

Ob aus der großen Fußballerinnen-Karriere was wird, weiß sie im Moment nicht so genau. Aber ihr nächstes Ziel steht schon fest. "In zwei Jahren will ich den Realschulabschluss machen und dann eine Ausbildung zur Floristin", sagt das selbstbewusste Mädchen.

Aber bis dahin ist es ja noch eine kleine Weile. Und in der Zwischenzeit wird fleißig trainiert und Fußball gespielt. Dabei eifert sie durchaus den großen Vorbildern der Frauen-Nationalmannschaft nach. Besonders die Torgefährlichkeit der Mittelfeldspielerinnen Pia Wunderlich und Britta Carlson haben ihr es dabei angetan.